Monsanto


Monsanto, einmal dreckige Finger gehabt, wird immer dreckige Finger haben. Hier ein Interview von Marie-Monique Robin. Sie ist eine französische Journalistin und Filmemacherin.

Monsanto wusste, wie giftig die Stoffe sind

Interview: Marie-Monique Robin über die Machenschaften des US-Biotech-Konzerns Monsanto.

Frau Robin, in Ihrem neuen Buch und Ihrem Film berichten Sie, wie der Konzern Monsanto seit Jahrzehnten Chemikalien und genveränderte Pflanzen auf den Markt bringt, obwohl er weiß, wie schädlich sie sind. Es wird vertuscht, bestochen, erpresst und verleumdet. Was hat Sie selbst am meisten schockiert?

Die Geschichte vom PCB. Bis in die 80er wurde es 50 Jahre lang etwa als Isoliermittel in elektrischen Transformatoren benutzt. Monsanto hatte alle Daten, wusste, wie hochgiftig dieser Stoff ist – und hat dies nicht nur vor den Behörden, sondern auch vor den eigenen Mitarbeitern verschleiert. Und das ist nur ein Beispiel von vielen. Die zwei Herbizide, die in dem Entlaubungsmittel Agent Orange steckten, das die Amerikaner im Vietnamkrieg über den Wäldern abwarfen, weshalb so viele Soldaten krank wurden. Oder aktuell das Herbizid Round up: Das ist das meistverkaufte Pflanzenschutzmittel der Welt, dessen Geschichte eng mit der Gentechnik verbunden ist. Rund 70 Prozent aller gentechnisch veränderten Organismen (GVO) weltweit wurden manipuliert, um gegen Roundup resistent zu sein. Monsanto behauptet immer wieder, Roundup sei biologisch abbaubar und unschädlich für die Umwelt. Viele Gärtner und Bauern benutzen es deshalb weiter. Dabei ist das eine glatte Lüge. Und diese Geschichten wiederholen sich bei Monsanto immer wieder. Das ist wirklich unglaublich. Es gibt ein Dokument des Konzerns, das jeder im Internet lesen kann, in dem sinngemäß steht: “Wir können es uns geschäftlich nicht leisten, auch nur einen Dollar zu verlieren.” Das bringt die Haltung von Monsanto auf den Punkt. Die Profitgier lässt diese Leute jede Moral vergessen. Ich meine, man kann sich ja vorstellen, dass eine Firma ein Produkt auf den Markt bringt, obwohl sie vielleicht nicht genau weiß, welche Auswirkungen es auf die Umwelt oder die Gesundheit der Menschen hat. Aber wenn sie das genau weiß und die Daten verheimlicht, ist das schon ziemlich beunruhigend.

Warum lassen die Behörden Monsanto gewähren?
Der Konzern hat an den richtigen Positionen der US-Kontrollbehörde für Lebens- und Arzneimittel FDA eigene Mitarbeiter sitzen. Er hat die entscheidenden Gremien regelrecht infiltriert. Nicht zuletzt dadurch ist es ihm gelungen, in der Agrarpolitik der USA das Prinzip der “substanziellen Äquivalenz” durchzusetzen.

Komplettes Interview auf nature.de

Alles über den Film auf Arte.

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